Die Einkommensteuer entsendeter Arbeitnehmer in Spanien ("Beckham-Law", Modelo 151)-  Was gibt es zu beachten?


Artikel vom: 15.05.19

 

In diesem Artikel beantworte ich Fragen zum Thema Einkommensteuermeldung von Personen, die wegen der Arbeit nach Spanien gekommen sind und sich für das spezielle Einkommensteuermodell von Entsendeten angemeldet haben („Regimen especial de trabajadores desplazados“, auch bekannt als sog. „Beckham-Law“).

 

[Wer in Spanien normal ansässig ist und nicht dieser Spezialregelung unterliegt, findet die Beantwortung derselben Fragen in einem eigenen Artikel.]

1. Wer muss in Spanien seine Einkommensteuererklärung als Entsendeter (Modelo 150/151) abgeben?

Alle vom Ausland nach Spanien Entsendeten, sowie Arbeitnehmer, die nach Spanien gezogen sind, um dort eine Anstellung anzunehmen, die sich für die Anwendung der Spezialbesteuerung nach der sog. „Beckham-Law“ angemeldet haben, müssen eine Einkommensteuererklärung einreichen.

Wenn sie nach dem 1.1.2015 nach Spanien gekommen sind, dann gilt der Vordruck 151. Wer vorher kam, der kann auch noch den Vordruck 150 wählen, der die damals geltenden Regelungen berücksichtigt.

 

Die „Beckham- Law“ ist eine Sonderregelung im Rahmen der spanischen Einkommensteuer, bei der die Betroffenen, obwohl sie in Spanien ansässig sind, so besteuert werden, als wären sie Nichtansässige.

2. Welche Einkünfte unterfallen der Besteuerung durch die Einkommensteuer?

a) Einkünfte, die der Besteuerung unterliegen:

Wie der Name schon sagt, werden mit der Einkommensteuer alle „Einkommen“ besteuert, d.h. alle Einkünfte, die eine Person auf irgendeiner Weise erwirtschaftet oder sonst erhält.

 

Personen, die nach den Spezialvorschriften für Entsendete besteuert werden, müssen folgende Einkünfte melden, allerdings nur, wenn diese in Spanien erzielt worden sind, also aus spanischen Quellen stammen (Welteinkommensprinzip gilt nicht):

  • Einkünfte aus unselbständiger Arbeit (Gehalt);
  • Sozialleistungen (z.B. Arbeitslosengeld), Renten, Abfindungen;
  • Einkünfte aus Immobilien (v.a. Mieteinnahmen);
  • Einkünfte aus beweglichem Vermögen (Zinsen, Dividenden, Versicherungszahlungen, Patentrechte, etc.);
  • Einkünfte aus selbständiger Arbeit (ohne Betriebsstätte);
  • Vermögensveräußerungsgewinne (z.B. aus Verkauf von Immobilien, Aktien, etc.);
  • Lottogewinne, Schadensersatzleistungen, erhaltene Subventionen (vom Staat oder der Provinz);
  • Spezialvorschriften („imputación de rentas“) gelten bei leer stehenden Immobilien oder deren Vermietung an Familienmitglieder.

Achtung: Einkünfte aus unselbständiger Arbeit bilden eine Ausnahme: hier wird das gesamte Arbeitseinkommen der ganzen Welt so behandelt, als wäre es in Spanien entstanden und wird damit voll versteuert. Ggf. im Ausland darauf bereits gezahlte Steuern können in gewissem Umfang abgezogen werden.

b) Schenkungen und Erbschaften:

Einkünfte aus Erbschaften oder erhaltenen Schenkungen werden nicht in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt, müssen also dort nicht angegeben werden.

Für solche Einkünfte gibt es eine eigene Steuer, nämlich die Erbschafts- und die Schenkungssteuer. Wer also eine Schenkung erhält, muss die Schenkungssteuer zahlen. Wer erbt, muss Erbschaftssteuern zahlen. 

3. Muss man immer eine Einkommensteuererklärung machen?

Ja, wer sich für die Anwendung der Beckham-Law angemeldet hat, muss immer eine Erklärung einreichen. 

4. Gibt es in Spanien Steuerklassen?

Nein, in Spanien gibt es keine Steuerklassen wie z.B. in Deutschland. Lediglich aufgrund der Angaben, die man selbst gegenüber dem Arbeitgeber gemacht hat, werden vom Arbeitslohn Abzüge gemacht.

Bei Personen, die die Beckham-Law nutzen, wird jedoch immer gleich viel vom Lohn einbehalten (24% bis zu einem Arbeitseinkommen von 600.000 EUR oder 45% darüber hinaus), die persönliche Situation spielt also keine Rolle.

5. Was ist besser: Einzelveranlagung oder gemeinsame Veranlagung?

In Spanien besteht normalerweise die Möglichkeit, dass Mitglieder eine „Familieneinheit“ („unidad familiar“) sich entweder allein oder zusammen zur Einkommensteuer veranlagen können.

Bei Anwendung der Spezialvorschriften für Entsendete gibt es diese Möglichkeit allerdings nicht. Der jeweilige Steuerpflichtige wird stets allein veranlagt. Persönliche Umstände werden nicht berücksichtigt.

6. Wie hoch ist die Einkommensteuer für Entsendete in Spanien?

Bei der Einkommensteuer von Entsendeten (IRPF, Modelo 151) werden die Einkünfte in 2 Arten unterschieden und dann entsprechend besteuert:

a) Einkünfte gemäß Artikel 25.1.f) des Einkommensteuergesetzes von Nichtansässigen („IRNR“):

Zinsen, Dividenden, Veräußerungsgewinne werden bis 6.000 Euro mit 19%, dann bis 50.000 Euro mit 21%, und darüber hinaus mit 23% besteuert.

b) alle anderen Einkünfte:

Einkünfte aus Arbeit, Vermietung von spanischen Immobilien, etc. werden bis zu 600.000 Euro mit 24% besteuert, darüber hinaus mit 45%.

7. Bis wann ist die Frist zur Einreichung der Einkommensteuererklärung (Modelo 151)?

Entsendete müssen ihre Einkommensteuererklärung bzgl. 2018 bis spätestens 1. Juli 2019 einreichen.

Wer etwas zahlen muss und möchte, dass das Finanzamt dies am 1. Juli automatisch vom Bankkonto einzieht, muss die Erklärung bis spätestens 26. Juni 2019 einreichen.

8. Wie kann man seine Einkommensteuererklärung einreichen?

Man kann man seine Steuererklärung entweder selbst vorbereiten und abgeben, oder von einem Steuerberater vorbereiten und einreichen lassen. 

a) Einkommensteuererklärung selbst vorbereiten und einreichen:

Als Entsendeter kann man seine Steuererklärung selbst über die Internetseite des Finanzamtes ausfüllen und einreichen.

 

Dabei gibt es keinen bereits vorausgefüllten Entwurf vom Finanzamt („borrador“), sondern man muss seine Einkünfte und Einbehalte selbst melden, genauso wie eventuelle Abzüge von im Ausland erhaltenem Gehalt und Abzüge für Spenden.

b) Einkommensteuererklärung von einem Steuerberater vorbereiten und einreichen lassen:

Natürlich kann man seine Steuererklärung auch von einem Steuerberater vorbereiten lassen. Das spart Zeit und Nerven und ist v.a. denjenigen zu empfehlen, die selbst nicht so gut Spanisch können, mehrere Einkünfte aus verschiedenen Quellen haben, oder jedem, der sich nicht selbst damit beschäftigen möchte.


Fazit:

Dieser Artikel soll einen Überblick zum Thema Einkommensteuererklärung von Entsendeten in Spanien geben ("Regimen especial de trabajadores desplazados", sog. "Beckham-Law", Modelo 151). Er ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung und Analyse des jeweiligen Einzelfalls.

 

Die Frist zur Abgabe der Steuererklärung ist der 1. Juli 2019. Wer allerdings möchte, dass die Zahlung abgebucht wird, muss die Erklärung bis spätestens 26. Juni abgeben.

 

Die Einkommensteuermeldung für Entsendete ist relativ unkompliziert, da die persönliche Situation nicht berücksichtigt wird und es kaum Abzugsmöglichkeiten gibt. D.h. wer gut Spanisch spricht, der kann seine Erklärung durchaus selbst machen.

 

Wer nicht so gut Spanisch kann oder bei wem es die erste Einkommensteuererklärung in Spanien ist, dem würde ich empfehlen, diese von jemandem vorbereiten zu lassen, der sich damit auskennt.

 

Sie würden Ihre Steuererklärung gerne selbst machen, haben aber noch Fragen zu einzelnen Punkten? Dann vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch mit mir!

 

Sie haben eigentlich weder Zeit noch Lust, Ihre Steuererklärung selbst zu machen, umständliche Anleitungen zu lesen und beim Finanzamt in der Warteschleife zu hängen? Kein Problem: lassen Sie Ihre Steuererklärung einfach direkt von mir erledigen!

 

Ich fordere alle nötigen Informationen von Ihnen an, beantworte Ihre Fragen, bereite die Steuererklärung vor und reiche sie nach Ihrem OK ein. So einfach geht das.