Selbständig in Spanien: Diese 5 Fragen sollten Sie sich vor dem Start stellen


Viele Menschen in Spanien möchten sich gern selbständig machen, aber wenn sie sich erst einmal mit den notwendigen behördlichen Anmeldungen beschäftigen, vergeht den meisten die Lust. Amtsspanisch, jede Menge Anlaufstellen und Formulare, Beamte, die einem das Leben auch nicht gerade leichter machen… da kann man leicht den Überblick und die Motivation verlieren.

 

Geht es Ihnen auch so? Dann stehen Sie nicht alleine da, ich kenne viele Menschen, die mit denselben Problemen kämpfen.

Deshalb habe ich eine Checkliste mit den 5 wichtigsten Fragen vorbereitet, die man sich stellen sollte, bevor man loslegt. Denn strukturiert kommt man besser ans Ziel.


Die 5 entscheidenden Fragen vor dem Start in die Selbständigkeit:

1. Wann möchten Sie anfangen?

Das Startdatum sollte idealerweise nicht am Quartalsende liegen, sonst halst man sich gleich zu Beginn unnötigen Stress mit steuerlichen Erklärungen auf. Ebenfalls wichtig: die Anmeldung der Tätigkeit bei der Sozialversicherung muss erfolgt sein, bevor man loslegt (man kann sich maximal 60 Tage vor Startdatum anmelden).

2. Was werden Sie genau für eine Tätigkeit ausüben? Wie wird die Arbeit erledigt?

Diese Fragen sind wichtig, denn es gibt sowohl beim Finanzamt, als auch bei der Sozialversicherung bestimmte Listen mit Beschäftigungen, in denen man seine Aktivität dann wiederfinden muss.

Die Frage nach dem „Wie“ bezieht sich insbesondere darauf, ob man ein eigenes Büro haben wird, Angestellte, eine betriebliche Struktur, oder ob man zunächst plant, von zu Hause aus zu arbeiten, evtl. als Freiberufler.

Das hat Einfluss darauf, ob die Beschäftigung als „empresarial“ (=unternehmerisch) oder „profesional“ (=freiberuflich) eingestuft wird, und damit auch darauf, wie man seine Rechnungen schreiben muss (ohne oder mit Einkommenssteuereinbehalten).

Natürlich muss man sich auch darüber klar werden, ob die Aktivität, die man ausüben will, in Spanien eventuell reguliert ist und man vorab z.B. Mitglied in einer Berufskammer (Anwälte, Architekten,…) werden muss.

Die Frage, welche Art von Tätigkeit man ausübt, ist auch wichtig, um sich zu überlegen, ob vielleicht der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll oder sogar zwingend ist.

Gut zu wissen: Inzwischen gibt es in Spanien die interessante Möglichkeit, sich als beschränkt haftender Selbständiger im Handelsregister einzutragen, und damit die unbeschränkte Haftung zu umgehen, die viele ambitionierte Unternehmer evtl. vor dem Schritt in die Selbständigkeit abschreckt.

3. Wer sind die potentiellen Kunden?

Sind es spanische oder ausländische Privatpersonen? Oder spanische oder ausländische Unternehmen?

Wenn z.B. Unternehmen aus dem europäischen Ausland zum Kundenkreis gehören sollen, muss man sich unbedingt im ROI anmelden (=“Registro de operadores intracomunitarios“), denn nur dann kann man ggf. seine Rechnungen mit dem „Reverse Charge-Verfahren“ ohne MwSt. ausstellen.

4. Wie möchten Sie Ihre Anmeldung bei der Sozialversicherung ausgestalten?

Hier sollte man sich vor Augen führen, dass man nicht erwarten kann, jahrelang den niedrigsten Beitragssatz zu zahlen und dann im Krankheitsfall, oder bei Mutterschaft oder bei der Altersrente jede Menge zu kassieren.

Inzwischen kann man bei der spanischen Sozialversicherung sehr flexibel seine Bemessungsgrundlage wählen. Als Selbständiger kann man auch selbst entscheiden, ob man sich für Arbeitsunfälle oder Arbeitslosigkeit absichern möchte. Man muss sich also genau überlegen, was man will.

Gut zu wissen: im Moment gibt es sehr attraktive Minderungen bei den Beiträgen, sodass sogar eine gute Absicherung nicht teuer ist.

Ebenfalls interessant: Es gibt Berufe, die eine eigene soziale Absicherung haben (z.B. Anwälte), wo man sich also gar nicht bei der Sozialversicherung anmelden muss. Hier sollte man sich bei der entsprechenden Kammer erkundigen, um die richtige Wahl zu treffen.

5. Wohin gehen und was mitbringen?

Sie benötigen auf jeden Fall für die Selbständigkeit in Spanien:

  • eine NIE- Nummer,
  • eine Sozialversicherungsnummer,
  • ein spanisches Bankkonto.

Haben Sie alles? Und die 5 Fragen beantwortet? Dann kann es losgehen:

 

Erstens: Anmeldung der Aktivität beim spanischen Finanzamt.

Zweitens: Anmeldung der Aktivität bei der spanischen Sozialversicherung.

Drittens: Nachfragen bei der Stadt (Ayuntamiento) und bei der Provinz (Comunidad), welche Fördermittel es derzeit gibt. Ohne eine fristgerechte Beantragung kann man diese nämlich vergessen.


Fazit:

Sie müssen wissen, was genau Sie als Selbstständiger anbieten wollen und in welcher Form, denn danach richten sich die Anmeldungen und die daraus folgenden Pflichten (Steuern, Buchhaltung, etc.).

 

Sie konnten die 5 Fragen beantworten, möchten sich die Formulare und Behördengänge aber doch ganz gern ersparen?

Sie würden Sich bezüglich der einen oder anderen Frage lieber doch noch individuell beraten lassen?

 

Dann machen Sie es sich leicht, sparen Sie sich Zeit und Nerven und lassen Sie mich Ihnen helfen.

 

Schreiben Sie mir und ich unterstütze Sie beim Durchstarten in die Selbständigkeit – so einfach geht das.